Politische Weichenstellungen entscheiden über das Schicksal Untersee

Dass in den nächsten Jahren im Stadtsäckel keine freien Mittel für das Projekt Untersee zur Verfügung stehen, ist sicherlich jedem Befürworter klar. Realistisch wird immer darauf hingewiesen, dass nur mit Hilfe einer sogenannten Baukasten-Finanzierung eine Umsetzung möglich wäre.

Monika Kammeier, Vorsitzende des Vereins pro Untersee begrüßt es sehr, dass sich Parteien wie auch Arbeitsgruppen ernsthaft dem Thema Realisierbarkeit des sogenannten Untersees annehmen.

Viele Umfragen belegen ja seit Jahren, die Mehrheit der Bielefelder Bürger vermisst ein Freizeitgewässer. Es fehlt den Menschen in unmittelbarer Nähe ein freizugänglicher wasserbezogener Naturraum zur Erholung und zum Sporttreiben.

Erst kürzlich belegten Studien, Kinder vermissen attraktive Spielflächen und sie lernen immer seltener das Schwimmen. Was hat sich in den vergangen Jahrzehnten geändert? Könnte es daran liegen, dass der jungen Generation der ungezwungene Zugang und das Spielen in der Natur völlig abhanden gekommen sind?
Eine, wie von einigen Gruppen gefordert, unter Naturschutz gestellte Johannisbachaue, die den Menschen weiträumig ausgrenzt, wirkt hier nach Meinung von Monika Kammeier kontraproduktiv.
Nur ein Leben in und mit der Natur, lehrt den respektvollen Umgang mit ihr.

So träumten bereits unsere „Großväter“ davon, dass das vor über 100 Jahren in der Johannisbachaue existierende Gewässer, für nachfolgende Generationen zu einem Freizeitsee auszubauen. Für eine Umsetzung dieser weitsichtigen Idee investierten Stadtväter bereits viel Zeit und Geld in Planungen und Grundstückskäufe.

Dass nunmehr in den nächsten Jahren im Stadtsäckel keine freien Mittel für das Projekt Untersee zur Verfügung stehen, ist sicherlich jedem Befürworter klar. Realistisch wird immer darauf hingewiesen, dass nur mit Hilfe einer sogenannten Baukasten-Finanzierung eine Umsetzung möglich wäre. Dieses können Private Investoren, Sponsoren, Fördertöpfe für Gewässerentwicklung oder für die Umsetzung innovativer Ideen sein. Kreativität und breites Engagement wird von Nöten sein. So belegen Studenten der OWL-Hochschule Höxter in einer überarbeiteten Variante, ein See für Bielefelder Bürger im Einklang mit der Natur ist machbar.

Für einen solchen Attraktivitätsgewinn der Stadt Bielefeld, ist jedoch zuerst die Politik gefordert. Ihrer Entscheidung obliegt es, den Weg für einen See freizuhalten oder gar zu öffnen, um dem Wunsch ihrer Bürger zu entsprechen.


Mit hoffnungsfrohen Grüßen

Monika Kammeier
- Vorsitzende -
Bielefeld, im September 2014

 

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