Mitgliederversammlung Verein pro Untersee e.V.

Mit dem Gastbeitrag: „Ebbe in Öffentlichen Kassen - Wie können Infrastruktur Projekte finanziert werden?“ zeigte André Kuper MdL am Beispiel der Landesgartenschau in Rietberg beeindruckend seinen Lösungsweg auf.

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Vereins Pro Untersee e.V. wurde Anfang Mai 2013 der Vorstand neu gewählt. Die Mitglieder bestätigen Monika Kammeier nach siebenjähriger Amtszeit wieder als ihre Vorsitzende.
Als Stellvertreter steht ihr Stefan Röwekamp zur Seite und löst damit Detlef Niemeyer ab. Für die kommenden drei Jahre wurden in ihren Ämtern bestätigt: die Kassiererin Renate Dedering, Schriftführerin Mona Kammeier und die Beisitzer Rainer Ludwig und Hans-Dieter Springer.

Für die Zukunft ist der Verein gut aufgestellt und kann mit Know-How überzeugen. Allerdings ist die desolate Haushaltslage der Stadt Bielefeld u. a. ein Grund, weshalb das Seeprojekt gerade keine Priorität in der Kommune genießt. Die Aufgabe des Vorstandes wird es sein, mit sehr diplomatischem Vorgehen, die Arbeit „hinter den Kulissen“ fortzusetzen. Als Parteiübergreifender Verein ist es notwendig, die Entscheidungsträger ins Boot zu holen und das Thema politisch mehrheitsfähig aufzubereiten.


Mit dem Gastbeitrag: „Ebbe in Öffentlichen Kassen - Wie können Infrastruktur Projekte finanziert werden?“ zeigte André Kuper MdL am Beispiel der Landesgartenschau in Rietberg beeindruckend seinen Lösungsweg auf:

Dabei waren die Voraussetzungen für den Neubürgermeister Kuper Ende der 90er Jahre auch keinesfalls rosig. Dem unscheinbaren Städtchen Rietberg mit seinen 29.000 Einwohnern fehlte es an Zukunftsperspektive. Zusätzlich absehbar war die kommunal zunehmend schlechtere Finanzsituation.

André Kuper identifizierte vor Ort sogenannte Baustellen und zeigte mit dem Projekt „Landesgartenschau 2008“ einen Lösungsweg auf. Um seine Vision „Rietberg historisch und innovativ“ sowie „voll Natur und gutes Klima“ zum Ziel zu führen, setzte er auf Bürgerschaftliches Engagement.

Die Stadt bestellte die Grünflächen, Investitionen in die Infrastruktur von 25 Mio. Euro und für die „schönen“ Flächen sind bis heute die Bürger verantwortlich.

Mit der Unterstützung von sogenannten bürgerschaftlichen Zirkeln bestehend aus 350 Aktiven wurden die Details in zahlreichen Workshops erarbeitet. Zur Ehrenamtsförderung wurde die „Bürgerstiftung Rietberg“ gegründet, um die finanzielle Absicherung sicherzustellen.
Das Ziel, keine Folgekosten zu produzieren, konnte erfüllt werden. Dank der 2.300 Ehrenamtlichen und 10,5 Vollzeitkräften war die LAGA 2008 mit einem Plus von 3 Mio. EUR bei rd. 0,5 Mio. Besuchern jährlich auch langfristig ein voller Erfolg.

In der anschließenden Diskussion fragten sich der Verein pro Untersee: „Können wir dergleichen auf Bielefeld adaptieren? Handlungsspielraum durch bürgerschaftliches Engagement?“

Der sehr inspirierende Vortrag, führte jedoch auch zu der Erkenntnis, dass es ohne eine politische „Gallionsfigur“ wie Herrn Kuper nicht möglich ist. Nur einem auch persönlich so engagierten Initiator und „Zusammenführer“ fast sämtlicher politischen Fraktionen folgen die städtische Verwaltung und dann auch die Bürgerschaft.

Ausgehend von den städtischen Herausforderungen suchten alle Anspruchsgruppen nach Lösungen. Über eine Vielzahl von Förderprogrammen konnte mit ca. 70% die Basisfinanzierung sichergestellt werden. Nur mithilfe von Ämter, Bürger und Vereine war gemeinschaftlich die Umsetzung möglich. Auch der Einbezug lokaler Unternehmen war selbstverständlich und aus wirtschaftlichen Erwägungen notwendig.
Gleichfalls spielte der Planer Heinz W. Hallmann eine wichtige Rolle, da er die Fähigkeit besaß verständlich, authentisch und unbefangen mit allen Gruppen reden zu können.

Die Vorsitzende Monika Kammeier schloss anerkennend die Mitgliederversammlung: „Wenn das kleine Rietberg eine Landesgartenschau mit Kosten von über 25. Mio. € nachhaltig so erfolgreich für seine Bürger umgesetzt hat – da sollte Bielefeld doch ein größeres Potential haben…“

Wer sagt Ja und macht mit?!


Mit hoffnungsfrohen Grüßen

Monika Kammeier
- Vorsitzende -
Bielefeld, im Mai 2013

 

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