Für Hochwasserschutz natürliche Ressourcen nutzen

Auch Bielefeld muss endlich konkrete Hochwasserschutzmaßnahmen umsetzen.

Da konzentrierte Starkregen fast nunmehr jährlich so genanntes Jahrhunderthochwasser verursacht, besteht kurzfristiger Handlungsbedarf! Der wirtschaftliche Schaden für die Stadt und seine betroffenen Bürger ist auf Dauer nicht mehr hinnehmbar.

Pragmatismus und Kreativität sind da gefragt. Kurzfristig umsetzbare Lösungen statt formvollendeter Perfektion.

Bis planungsrechtlich und bautechnisch aufwendige Regenrückhaltebecken fertig gestellt sind, sollten natürliche Ressourcen genutzt werden. Ohne viel Beton im Boden und massive Zaunanlagen könnten sicherlich kurzfristig und kostengünstig entlang bestehender Bachläufe Überschwemmungsflächen geschaffen werden.

Wie zum Beispiel in den Grünanlagen entlang der Lutter. Wenn durch das Ablassen der Teiche mehrere 10.000 Kubikmeter Regenrückhaltevolumen geschaffen werden kann, ist das sicherlich ein Beispiel von vielen. Um einen attraktiven Freizeitwert zu erhalten, könnte nach dem Abtragen der vorhandenen Schlammablagerung die Lutterbachaue provisorisch begrünt werden, ohne die Hochwasserschutzfunktion wesentlich zu beeinträchtigen.

Als Vorsitzende des Vereins pro Untersee weise ich, Monika Kammeier, selbstverständlich auch auf die Johannisbachaue hin. Vor hundert Jahren diente dieses Gebiet auch zu diesem Zweck. So konnten unsere Vorfahren in dem Gewässer im Sommer sogar schwimmen gehen.

Vor genau 30 Jahren schloss die Stadt Bielefeld mit dem Werre-Wasser-Verband einen Vertrag um einen „Johannissee“ zu errichten, der dem Hochwasserschutz wie auch der Landschaftsbezogenen Erholung dienen sollte.

Aus vieldiskutierten Gründen sind die Planungen leider bis heute nicht umgesetzt worden. So zahlte Bielefeld mehrere Hunderttausend Euro Beitrag an den Verband, jedoch ohne Mittel für diese oder ähnliche Maßnahmen abzurufen. Zwischenzeitlich ist man seitens der Verwaltung sogar der Meinung, dass es einem derartigen Hochwasserschutz nicht mehr bedarf!

Die Realität sollte alle Entscheider noch mal zum Wohle der Gesamtstadt Bielefeld darüber nachdenken lassen!


Mit hoffnungsfrohen Grüßen

Monika Kammeier
- Vorsitzende -
Bielefeld, im Juli 2013

 

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